SELBSTMARKETING


Selbstmarketing

Was du tun kannst, um authentisch sichtbar zu werden.

Kategorie: actifyXperience

Autor:in: Katharina Berardi, Psychologin und Karrierecoach

Datum: 18.09.2024

Nicht selten kommen wir in unseren Karrierecoachings mit folgendem Thema in Berührung: Coachees berichten, dass sie von Kolleg:innen oder Führungskräften falsch eingeschätzt werden, und sie nicht genau wissen, woran das liegt. Sie werden mit ihrer Leistung nicht richtig wahrgenommen oder haben das Gefühl, nicht authentisch zu wirken.


Vielleicht findest auch du dich in einer der folgenden Situationen wieder:


  • Du übernimmst am Arbeitsplatz alle Aufgaben mit Elan und Tatkraft, investierst in deine Weiterbildung und beschwerst dich nie über deinen Workload, aber du kommst nicht “beruflich voran”?  


  • Du wirst in Meetings scheinbar übergangen, während Kolleg:innen für ihre Expertise gesehen werden und spannende Projekte betreuen dürfen? 


Oder:  


  • Du bewirbst dich aktuell auf einen neuen Job oder wünschst dir einen internen Stellenwechsel, und erhältst Absagen?  


  • In Vorstellungsgesprächen mit interessanten Unternehmen kannst du deine Fähigkeiten und Erfahrungen nicht rüberbringen?  


  • Du hast das Gefühl, dich verstellen zu müssen, und verkrampfst dich zunehmend?  


Wenn es dir so oder ähnlich geht, bist du damit zum einen nicht allein, und der heutige Artikel ist für dich!

    Es geht um das Thema Selbstmarketing. Wir nehmen dich mit und möchten dir einiges an Inspiration mitgeben. Du kannst verschiedene Stellschrauben drehen, um im positiven Sinne sichtbar zu werden und somit deine berufliche Entwicklung zu fördern. Erfahre...


    • ...welche Hintergründe dazu führen, dass wir nicht “einfach so” wahrgenommen werden, 


    • ...was Sichtbarkeit mit unseren Glaubenssätzen zu tun hat, 


    • ...was Selbstmarketing bedeutet und welche Wirkung es haben kann, 


    • ...und Tipps, wie du dein authentisches Selbstbild findest und es wirkungsvoll nach außen kommunizierst.  

Warum werde ich nicht wahrgenommen? 

Viele von uns tragen die Überzeugung mit sich, dass sie sich nur genug anstrengen müssen. Für diese Bemühungen kommen infolge automatisch Anerkennung und Karriereoptionen. Und, es stimmt: Eine gute Arbeitsleistung und solides Fachwissen sind wichtig, wenn wir beruflich erfolgreich sein wollen. Aber: Es ist ein großer Irrtum, dass es „schon auffallen wird“, wenn wir möglichst ohne viel Aufheben unsere Arbeit erledigen und gute Ergebnisse liefern.  


Woran das liegt?


Unser Gehirn funktioniert so, dass es gerne einfach und ohne großen Aufwand unsere Umwelt in Kategorien sortiert. So verbraucht es am wenigsten Energie. Wir haben ein paar Momentaufnahmen von einer anderen Person und bilden aus diesen Eindrücken ein Bild. Dieses Bild ist gefärbt von unseren eigenen unconscious bias (unbewussten Vorurteilen). Dieser „Bewertungsprozess“ ist unbewusst und passiert uns allen, wenn wir nicht aktiv Gegensteuern. Wichtig: 


  • Selbstmarketing kann deine Sichtbarkeit im positiven Sinne erhöhen. Wenn du mit Gegenübern konfrontiert bist, die ihre „unconscouis bias“ nicht reflektieren/revidieren wollen, bist du möglicherweise mit zementieren Stereotypen/daraus resultierender Diskriminierung konfrontiert.  


  • Es ist wichtig, diesen Punkt klar zu benennen. Es ist nicht deine Schuld, wenn Menschen dir mit Vorurteilen begegnen und diese nicht reflektieren und verändern wollen. Sei hier bitte achtsam mit dir, Selbstmarketing hat seine Grenzen und ist wirkungslos, wenn die Empfänger „taub“ sind. 


Zusätzlich sind die meisten Kolleg:innen und Führungskräfte mit ihrem eigenen Arbeitsworkload so beschäftigt, dass sie gar nicht wahrnehmen können, was du leistest.


Führungskräfte haben zudem aus ihrer Rolle heraus einen anderen Zugang zu dem, was du inhaltlich machst. Sie sind darauf angewiesen, dass du deine Ergebnisse sichtbar machst und sie genau wissen, wo du stehst und wo du hinmöchtest. Nur dann können sie dich und deinen beruflichen Weg fördern.  


Tipp: Überlege dir, an welchen Stellen du dich und deine Leistung zeigen kannst. Es ist wichtig, aktiv Gelegenheiten zu nutzen oder herzustellen, um dich sichtbar zu machen. Das kann im Meeting sein, auf dem Flur, beim Smalltalk, beim virtuellen Kaffee, im Jahresgespräch. Fallen dir weitere Gelegenheiten ein? 

Die Lösung: Selbstmarketing.  

Was kannst du diesem automatisierten „Schubladendenken“ entgegensetzten? Du kannst deinen Einfluss nutzen, um in die „richtige Schublade“ gesteckt zu werden.  


Selbstmarketing bedeutet, dass du bewusst das Bild von dir steuerst, welches sich andere bilden. Erfolgreiches Selbstmarketing hat zum Ergebnis, dass Personen dich mit den Themen in Verbindung bringen, für die du Expert:in bist. Beispiele für erfolgreiches Selbstmarketing können sein: 


  • Dein Chef denkt an dich, wenn es um ein neues Projekt/ den Aufbau einer neuen Abteilung/ eine Führungsposition geht, da du ihm bereits mit deiner Expertise/ deiner Klarheit/ deiner Positivität und deiner Lösungsorientierung im monatlichen Meeting aufgefallen bist. 


  • Die Personalerin möchte dich für die ausgeschriebene Position, weil du einfach perfekt auf die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle passt (aufgrund deiner Erfahrung, Fach- Branchenkenntnisse, deinem Netzwerk…all diese Informationen konntest du im Bewerbungsprozess darstellen). 


  • Du kannst deine Forderungen leichter verhandeln, da dein Mehrwert für dein Unternehmen/ potenzielle Kund:innen auf der Hand liegt.  


  • Du wirst als Speaker:in für eine Branchenveranstaltung angefragt, da die Organisator:innen auf dein online-Profil aufmerksam geworden sind.  

Aber: Ich mag es nicht, mich zu „verkaufen“.  

Viele von uns bringen Marketing mit verkaufen in Verbindung. Verkaufen und bewerben, das hat oft einen Beigeschmack: diese Begriffe werden mit schmierigen Strategien, andere täuschen, etwas vorzugeben, was nicht ist und Manipulation verbunden. An der Stelle möchten wir dir gerne folgende Perspektive mitgeben: Selbstmarketing passiert immer. Du und jeder andere Mensch werden sich immer ein Bild machen, das können wir gar nicht vermeiden. Entscheiden kannst du du nur, ob du dieses Bild bewusst mitgestalten willst  oder dein Selbstmarketing dem Zufall überlässt.  


Tipp: Reflektiere deine eigenen Gedanken, die du zum Thema Selbstmarketing hast. Sind diese dienlich oder hinderlich? Lese hierzu auch unseren Artikel zum Thema „Glaubenssätze transformieren“ (https://www.actifyx.de/blog-2024-2-einzelseiten-layout/hilfe-ich-blockiere-mich-selbst). 

Selbstmarketing: Die richtigen Schnipsel zur richtigen Zeit. 

Was kannst du tun? Wichtig ist, dass du deiner Umwelt die richtigen „Bildschnipsel“ über dich selbst zur Verfügung stellst. Die Schnipsel können dann zum richtigen Bild zusammengesetzt werden – dem Bild, das zeigt, wer du wirklich bist und was du wirklich kannst. Sorge dafür, dass die richtige Botschaft über dich ankommt. Wenn du ein klares Bild von dir hast, kannst du überlegen:


  • Wo kann ich Teile des Bildes sichtbar machen und für wen?


  • Was möchte ich erreichen mit meiner Sichtbarkeit? 


Insbesondere, wenn es um den nächsten Karriereschritt geht, ist dein eigenes Marketing besonders wichtig.


Wenn du dich beruflich verändern möchtest, können wir dich nur ermutigen, immer wieder, über deine Wünsche, deine Erfolge und Expertise zu sprechen.


Das kann auch erstmal im Freundeskreis oder der Nachbarschaft passieren. Manchmal ist das private Umfeld erstmal ein guter “Übungsraum”. Und: Durch diese Sichtbarkeit ergeben sich nicht selten Optionen, die dich deinen beruflichen Wünschen näherbringen.   

Selbstmarketing beginnt bei dir. 

Grundvoraussetzung für authentisches Selbstmarketing ist das klare Bild von dir selbst. Es geht nicht darum, ein überzeichnetes oder übertriebenes Bild von dir und deinen Fähigkeiten zu zeigen, sondern ein authentisches. Du kannst dir folgende Fragen stellen: 


  • Über welche Themen kannst du stundenlang sprechen oder hören? 
  • Welche Tätigkeiten gehen dir leicht von der Hand?  
  • Wofür brennst du? 
  • Welche Veränderung wünschst du dir für die Welt
  • Welchen Mehrwert möchtest du kreieren?  


Im Coaching gehen wir diesen Fragen durch systemische Coachingsgespräche und unser wissenschaftlich fundiertes Analysetool, welches dir Aufschluss über deine Kompetenzen und Motivatoren liefert, auf die Spur.


Neben deinem Bewusstsein für deine eigenen Fähigkeiten brauchst du auch eine klare Vision, wo es für dich hingehen soll. Nicht jeder wünscht sich eine Führungskarriere im klassischen Sinn. Unsere beruflichen Wünsche sind abhängig von unseren Werten, unserer Lebenssituation und unseren Verhaltenspräferenzen. Wenn du weißt, wo du hinwillst, können auch andere dich richtig einsortieren und dir auf dem Weg dorthin zur Seite stehen. Frage dich: 


Was ist dein Ziel, wo möchtest du in einem, in zwei und in fünf Jahren stehen? Tipps hierzu findest du in unserem Artikel zum Thema Vision https://www.actifyx.de/blog-ziele-setzen

Wie kann ich „Schnipsel streuen“? 

Du hast ein klares Bild von dir, deinen Fähigkeiten und deiner Vision? Sehr gut! Dann geht es nun ans „Schnipsel-streuen”. Frage dich: Wie kann ich mein Bild übersetzen und greifbar machen? Wir haben dir einige Anregungen zusammengestellt:  

Dein Auftritt – online und offline.

Drückt sich das, was du bist und wo du hinwillst, in deinem Auftritt aus? Das kann über deine Kleidung, Frisur und Körpersprache geschehen. Überlege dir: Welche Erwartungen haben Personen von der Position, für die du stehen willst, und wie viel gibst du von deiner eigenen Note mit rein? Du kannst dein online-Profil so gestalten, dass glasklar wird, wofür du stehst. In den sozialen Medien kannst du zudem wunderbar sichtbar werden: Du kannst Artikel teilen, die du spannend findest, oder Beiträge kommentieren. Folge Institutionen und Menschen, die du inspirierend findest.  

Dein Name.

Vielleicht simpel, aber unterschätzt: Sprichst du bei neuen Begegnungen deinen Namen so aus, dass dein Gegenüber ihn versteht? Und nennst du zusätzlich, wofür du verantwortlich bist? „Mein Name ist Lisa Müller, und ich verantworte die reibungslosen Abläufe in unserem Recruiting.“, hat mehr Gehalt als „Ich bin Lisa und arbeite im Personal.“ 

Dein Pitch.

Woran arbeite ich, welches Problem löse ich grade: Überlege dir kurze und knackige Sätze für Begegnungen. Was tust du grade Spannendes, welche Probleme hast du gelöst, worüber willst du dich austauschen? 

Sei vorbereitet.

Überlege dir vor einem Meeting, einer Verhandlung oder einem Bewerbungsgespräch:


  • Warum bist du die richtige Person für eine Aufgabe?
  • Was möchtest du sagen?
  • Was kannst du beitragen, um ein Problem zu lösen?


Überlege dir auch, mit welcher Haltung du in ein Gespräch gehst. Menschen arbeiten gerne mit Personen, die eine positive und konstruktive Grundhaltung mitbringen.  In Meetings kannst du Beiträge unterstützen, die du gut findest. Wenn es vor einem Treffen eine Agenda gibt, gehe die einzelnen Punkte durch und mach dir Notizen, was du zu welchem Punkt einbringen kannst. 

Quicktipps💡

Wir haben dir zudem noch einige Quicktipps für dein Selbstmarketing im Meeting zusammengestellt: 


  • Wenn du in Teilzeit arbeitest, lege deine Arbeitszeit so, dass du an wichtigen Meetings mit Entscheider:innen teilnimmst! 


  • Wenn dein Thema aufkommt: Nutze Formulierungen wie: „In dem Thema bin ich Expert:in, …das ist genau mein Thema, …Aus meiner jahrelangen Erfahrung in dem Bereich weiß ich…” 


  • Wenn jemand deine Idee als die eigene darstellt: Hake ein, und sage: “Danke, so uns so, dass du meine Idee aufgreifst. Ich habe dazu noch folgende Punkte zu ergänzen…“ 

Mach' Selbstmarketing zu deiner Routine.

Betrachte Selbstmarketing als etwas, was du wie andere Aufgaben täglich erledigst. Nach und nach geht dir das „Sichtbar-werden“ ins Blut über und fühlt sich ganz natürlich an.


Und: Wir unterstützen dich selbstverständlich gerne mit einem Coaching bei deinem Selbstmarketing! Wir finden mit dir dein Bild und passende Strategien.


Kontaktiere uns unverbindlich unter coachings@actifyx.de


Herzliche Grüße,

deine Katharina

Über die Autorin:

Katharina ist Psychologin und arbeitet bei uns als Karrierecoach. Aus der Coachingspraxis weiß sie, vor welchen Herausforderungen Arbeitnehmer:innen und Arbeitsuchende im Berufsleben und im Bewerbungsprozess stehen. In Ihren Beiträgen teilt sie hilfreiche Impulse, die dich deiner beruflichen sowie persönlichen Zufriedenheit näher bringen können.